Montevideo ist weit mehr als nur die Hauptstadt. Zum Abschluss unserer Reise kommen hier noch einmal viele Seiten Uruguays zusammen: Geschichte und Gegenwart, Hafenleben und Kultur, Fußball und die Freude am gemeinsamen Essen.
Die Stadt entstand zwischen 1724 und 1730 als spanische Ansiedlung und befestigter Stützpunkt. Heute ist sie das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Trotzdem findest du auch hier Orte, an denen niemand in Eile zu sein scheint.
Besonders an der kilometerlangen Rambla gehört das Wasser zum Alltag. Menschen gehen spazieren, treiben Sport oder sitzen mit ihrem Mate am Ufer. Wenn du dich dazusetzt und über den Río de la Plata schaust, darf die Besichtigungsliste ruhig eine Weile in der Tasche bleiben.
Palacio Salvo: An der Plaza Independencia steht eines der unverwechselbaren Wahrzeichen Montevideos. Mit seinem mächtigen Turm und den ungewöhnlichen Formen fällt der Bau sofort ins Auge. Der Architekt Mario Palanti entwarf auch den verwandten Palacio Barolo in Buenos Aires. Bei einer Führung kannst du mehr über das Gebäude erfahren und seine vielen Details genauer betrachten.
Estadio Centenario: Wenn du Fußball liebst, dürfte dieser Ort weit oben auf deiner Liste stehen. Hier gewann Uruguay 1930 das Finale der ersten Fußball‐Weltmeisterschaft gegen Argentinien. Das Stadion war einer der Austragungsorte des Turniers und ist bis heute eng mit dieser Geschichte verbunden.
Vielleicht geht es dir beim Blick auf die Ränge ähnlich wie mir bei alten Fußballstätten: Du denkst an die Spieler, die Aufregung vor dem Anpfiff und die Menschen, die hier mitgefiebert haben. Manche Orte erzählen ihre Geschichte eben auch ohne viele Worte.
Las Bóvedas und die alte Hafenstadt: In der Ciudad Vieja kannst du Spuren des befestigten Montevideos entdecken. Die historischen Gewölbe von Las Bóvedas wurden unter anderem zur Lagerung von Waffen und Munition genutzt. Sie erinnern daran, dass die Stadt einst nicht nur Handelsplatz, sondern auch militärischer Stützpunkt war.
In Montevideo hast du noch einmal Gelegenheit, vertraute Gerichte zu genießen und etwas Neues auszuprobieren. Vom einfachen Lokal bis zum aufwendigen Restaurant ist vieles dabei.
Mercado del Puerto: Unter der historischen Eisenkonstruktion stehen die Parrillas im Mittelpunkt. Über der Glut gart Fleisch, die Gäste sitzen zusammen, und der Grillduft begleitet dich durch die Halle. Wenn du zum Abschluss noch einmal ein Asado essen möchtest, bist du hier an einer bekannten Adresse.
Medio y Medio: Besonders mit der Gegend um den Mercado del Puerto ist dieses Getränk verbunden. Es kombiniert Weißwein und Schaumwein. Wenn du neugierig bist, kannst du es zu deinem Essen probieren, vielleicht als kleinen Abschiedsgruß aus Montevideo.
Chivito: Das üppige Sandwich gehört zu den bekanntesten Gerichten Uruguays. Neben Rindfleisch kommen je nach Zubereitung Schinken, Käse, Speck, Ei und weitere Zutaten zwischen die Brothälften. Deine „kulinarische Schichtarbeit“ ist dafür ein treffendes Bild. Etwas Hunger solltest du jedenfalls mitbringen.
Candombe in Barrio Sur und Palermo: Nach dem Essen lohnt sich auch ein Blick auf die musikalische Seite der Stadt. Die beiden Viertel sind eng mit der afro‐uruguayischen Kultur und dem Candombe verbunden. Wenn die Trommelgruppen unterwegs sind, kannst du erleben, wie sehr dieser Rhythmus zum Leben Montevideos gehört.
Hier endet unsere Rundreise durch Uruguay. Von den Grenzorten im Norden über Weiden und Schluchten bis zum Atlantik und an den Río de la Plata haben wir unterschiedliche Seiten des Landes kennengelernt. Vielleicht bleibt dir besonders ein Ort im Gedächtnis. Vielleicht ist es auch eine Begegnung oder ein gemeinsames Essen.
Nun geht die Reise weiter nach
Argentinien, einem Land, das sich jedem Rahmen zu entziehen scheint. Neue Landschaften, neue Geschichten und neue Begegnungen warten auf dich. Doch bevor wir aufbrechen, gönnen wir uns noch einen letzten Blick über das Wasser.